Aus den ersten Jahren Arcimboldos ist fast nichts bekannt. Er wurde wahrscheinlich im Jahr 1526 in Mailnad geboren und starb 1587 im Alter von 66 Jahren.In seine Familie waren hohe Geistliche und Juristen , aber auch Künstler wie seinen Vater Biagio. Die früheste Erwähnung von Arcimbildo stammt aus dem Jahre 1549, als er gemeinsam mit seinem Vater an der Ausgestaltung des Mailänder Doms arbeitete.

Im Jahr 1562 kam Arcimboldo als begabter Maler konventioneller Porträts nach Wien an den Hof des Kaisers Ferdinand I. Er blieb dort auch unter Ferdinand I als sogenannter „Hauskonterfetter“. Im Jahr 1564 wurde Arcimboldo zum Hofmaler ernannt. Bald darauf schuf er die ersten Bildfolgen der „Vier Jahreszeiten“ und der „Vier Elemente“ in der Art, die für ihn typisch wurde.

1570 wurde Arcimboldo nach Prag gesandt, um dort für Maximilian einen großen Festumzug mit mythologischen Themen zu malen. Sein Einfallsreichtum als Maler, aber auch bei der Ausrichtung von Umzügen und prunkvollen Hochzeiten wurde überall bewundert. Als Maler und Organisator in einer Person inszenierte er fantastisch aber auch, kostspielige Feste, die dazu geeignet waren, die Macht des Kaisers klar zu machen, seinen Ruhm zu vergrößern und das Volk für kurze Zeit von seinem täglichen Elend abzulenken. Seit 1575 war Arcimboldo Hofmaler des Kaisers Rudolf II. Dieser war ein erklärter Freund der Künste und der Wissenschaften und hielt sich einen großen Hofstaat von Künstlern, Astronomen und Alchimisten.

Darüber hinaus erfand Arcimbildo hydraulische Maschinen und verfolgte sein Vorhaben, Musik in Farbwerte zu übertragen. Er war davon überzeugt, dass Malerei und Musik nach denselben Gesetzen funktionieren und versuchte eine wissenschaftliche Theorie zu entwickeln, nach der eine feste Beziehung zwischen harmonischen Proportionen von Tönen und Halbtönen einerseits und Farbnuancen andererseits bestand.

Seinen späteren R uhm verdankt Arcimboldo den verblüffenden Porträts aus Blumen, Früchten, Tieren, aber auch anorganischen Objekten, die er so kunstvoll arrangierte, dass sie sich mit Hilfe der Einbildungskraft des Betrachters zum Erscheinungsbild eines Menschenkopfs zusammensetzen. Diesen assoziativen Gemälde bescheinigten Zeitgenossen oft große Ähnlichkeit mit den dargestellten Menschen. Arcimboldo erweist sich mit diesem Konzept als deutlicher Vertreter des Manierismus, einer Stilrichtung der Spätrenaissance. Die Künstler der Renaissance hatten bei der Nachbildung der natürlichen Welt einen hohen Grad von Vollkommenheit erreicht. Der Manierismus lieferte einen Gegenentwurf beziehungsweise eine damals moderne Erweiterung der Möglichkeiten. Nun legten einzelne Künstler wie Arcimboldo ihren Arbeiten subjektive Ideen oder phantastische Einfälle zugrunde, die über die klassisch Darstellung weit hinausgingen.

Als Beispiel Der Frühling: Dieses ist ein Gemälde aus der Serie der vier Jahreszeiten, ein Thema, das Arcimboldo wiederholt verwednet hat. Das Gesicht der dargestellten Person ist gebildet aus Rosenknospen und einzelnen, nicht identifizierbaren Blüten. Das Ohr ist aus der Blüte einer Pfingstrose geformt, eine Akelei ist der Ohrring. Maiglöckchen sind die Zähne. Unterschiedlichste Blumen zeigen das Haar, dem eine Madonnenlilie als Beiwerk aufgesteckt ist. Das Kleid ist aus grünem Blattwerk dargestellt, erkennbar sind die Blätter von Kohl, Löwenzahn und auch Walderdbeeren. Der Kragen zeigt weiße Blüten, darunter auch Margeriten.

Diese und ähnliche Gemälde-Erfindungen Arcimboldos gaben den Surrealisten des 20 Jahrhunderts Anregungen, die sich in vielen Werken wiederfinden, zum Beispiel auch in Arbeiten von Salvador Dalí.

Gemälde von Giuseppe Arcimboldi:

Giuseppe Arcimboldi Flora
Giuseppe Arcimboldi: Flora

Giuseppe Arcimboldi Elements
Giuseppe Arcimboldi: Elements

Giuseppe Arcimboldi Pflanzenmensch
Giuseppe Arcimboldi: Pflanzenmensch

Giuseppe Arcimboldi Der Frühling
Giuseppe Arcimboldi: Der Frühling

Giuseppe Arcimboldi Le Vertumne
Giuseppe Arcimboldi: Le Vertumne

Giuseppe Arcimboldi Herbst
Giuseppe Arcimboldi: Herbst

Giuseppe Arcimboldi Sommer
Giuseppe Arcimboldi: Sommer